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ONTIV BLOG · STUDIEN & EINORDNUNG

McKinsey 2026: Was KI im Unternehmen wirklich braucht

Neue KI-Werkzeuge verändern noch keinen Arbeitsablauf. Der Organisationsreport von McKinsey liefert Impulse für die strategische Diskussion. Wir ordnen sie für den Mittelstand ein und zeigen, wie aus internem Wissen ein belastbarer Anwendungsfall wird.

Studieneinordnung & Praxis · 8 Minuten Lesezeit · Aktualisiert am 16.10.2026

Unternehmenswissen für KI: Dokument-, Firmen- und Datenbanksymbole sind mit einem blauen Würfel verbunden. Bildtext: Wissen macht KI – Interne Daten als Erfolgsfaktor.
ONTIV-Symbolbild: Wissen, Verantwortung und KI zusammenbringen.
10.018
Führungskräfte und Manager befragt
Ab 1.000
Beschäftigte je Organisation laut Methodik
Juni–Sept. 2025
Erhebungszeitraum für den Report 2026

Quelle: Methodenanhang, S. 69.
Stichprobe und Grenzen einordnen →

Das nehmen Sie mit

  • Eine große Befragung liefert Orientierung; der eigene Betrieb braucht eigene Belege.
  • Wissen, Zuständigkeiten und Arbeitsabläufe gemeinsam vorbereiten.
  • Mit einer begrenzten Aufgabe starten und den Ausbau an Pilotergebnissen ausrichten.
01

Welche Studie ist gemeint – und für wen gilt sie?

Gemeint ist The State of Organizations 2026, veröffentlicht am 19. Februar 2026. Der Organisationsreport betrachtet Technologie und KI, wirtschaftliche Veränderungen sowie die Entwicklung der Arbeitswelt. Im Mittelpunkt stehen Organisation und langfristige Leistungsfähigkeit, nicht der Vergleich einzelner KI-Produkte. Zur offiziellen Report-Seite.

Für die Stichprobe ist der Methodenanhang auf S. 69 maßgeblich: 10.018 Befragte, Erhebung von Juni bis September 2025, Organisationen ab 1.000 Beschäftigten. Dort stehen 16 Länder und 17 Branchen. Die begleitende Webseite nennt abweichend 15 Länder und 16 Branchen. Wir kennzeichnen diesen Unterschied und verwenden hier die detaillierten Methodikangaben. Methodenanhang im Original-PDF ansehen.

Für den Mittelstand: Impulse gezielt übertragen

Ein Betrieb mit 50 bis 500 Mitarbeitenden ist damit nicht die beschriebene Stichprobe. Die Befunde können die Diskussion strukturieren. Ob ein Ansatz im eigenen Unternehmen hilft, muss ein Pilot mit den eigenen Aufgaben, Quellen und Zuständigkeiten zeigen.

02

Was ist Befund – und was folgt daraus für Ihre Praxis?

Eine gute Studienlektüre unterscheidet zwischen dem Untersuchungsgegenstand, den Grenzen einer Aussage und der eigenen Entscheidung. Das verhindert, dass aus einer strategischen Beobachtung ein pauschales Versprechen für die nächste Softwareanschaffung wird.

01 · BERICHT

Organisation mitdenken

Der Report betrachtet den Einsatz von Technologie im Zusammenhang mit organisatorischem Wandel.

02 · GRENZE

Wirkung selbst prüfen

Eine Führungskräftebefragung belegt keine konkrete Zeitersparnis durch ein einzelnes KI-System.

03 · ONTIV-ABLEITUNG

Wissen mit Ablauf verbinden

Für interne Aufgaben sollten Quellen, Rollen und Ergebnisqualität gemeinsam vorbereitet werden.

Die Empfehlung zur Wissensbasis ist unsere fachliche Einordnung für wissensintensive Aufgaben. Sie ist keine von McKinsey nachgewiesene universelle Erfolgsformel. Viele erreichbare Dokumente genügen nicht: Entscheidend ist, ob die richtige Information zum konkreten Fall passt und im Arbeitsablauf verwendet werden kann.

Lesetipp: Prüfen Sie bei starken Zahlen immer, wer befragt wurde, wann die Erhebung stattfand und was genau gemessen wurde. Eine Erwartung für die Zukunft ist etwas anderes als ein beobachtetes Ergebnis. Ein Zusammenhang erklärt noch nicht seine Ursache.

03

Internes Wissen wird erst im richtigen Ablauf nützlich

Eine KI kann allgemein erklären, wie Reklamationen bearbeitet werden. Für Ihren konkreten Fall braucht sie jedoch den gültigen Kontext: Produktvariante, Prüfregeln, Freigaben und zuständige Personen. Ohne diese Angaben bleibt die Antwort allgemein oder muss Annahmen treffen.

Beginnen Sie deshalb bei einer echten Frage aus dem Arbeitsalltag. Welche Quellen enthalten die Antwort? Wer bestätigt ihre Gültigkeit? Wer darf darauf zugreifen? Wird eine Anweisung ersetzt, muss die Änderung auch in der Wissensabfrage ankommen. Ein Rechteentzug muss ebenfalls wirksam werden. Beides gehört in den Testplan.

PRAXISBEISPIEL · FIKTIVER REKLAMATIONSFALL

Von verstreuten Informationen zum prüfbaren Entwurf

1

Den Fall eingrenzen

Produkt, Variante und Beanstandung festhalten. Fehlende Angaben ausdrücklich markieren, statt sie durch Vermutungen zu ergänzen.

2

Gültige Quellen zuordnen

Passende Prüfvorgaben, technische Unterlagen und freigegebene Erfahrungsfälle heranziehen. Einen alten Fall nicht ungeprüft auf ein anderes Produkt übertragen.

3

Ergebnis fachlich prüfen

Die KI bereitet eine Zusammenfassung mit Fundstellen und offenen Fragen vor. Die verantwortliche Person prüft die Einordnung und entscheidet über den nächsten Schritt.

Dieses Beispiel beschreibt ein mögliches Zielbild, keinen dokumentierten Kundenerfolg. Sein Nutzen lässt sich prüfen: Wird die gesamte Bearbeitung einschließlich Kontrolle leichter? Sind weniger Rückfragen nötig? Bleiben Fehler erkennbar und Entscheidungen nachvollziehbar?

04

Drei Fragen, die die Geschäftsführung beantworten sollte

Wo fehlt Wissen?

Wählen Sie einen wiederkehrenden Engpass: Suche, Rückfragen, widersprüchliche Stände oder unklare Zuständigkeit. Beschreiben Sie die konkrete Aufgabe und die betroffene Rolle.

Wer übernimmt?

Benennen Sie eine fachlich verantwortliche Person, technische Betreuung und die Freigabeinstanz. Vereinbaren Sie, wer Quellen pflegt und gemeldete Fehler bearbeitet.

Was wird besser?

Legen Sie fest, woran ein brauchbares Ergebnis erkennbar ist: Qualität, Bearbeitungszeit oder Vollständigkeit. Messen Sie Prüfung und Nacharbeit mit.

Diese Fragen gehören an einen gemeinsamen Tisch. Der Fachbereich kennt Inhalt und Ausnahmen, die IT beurteilt Zugriff und Betrieb, die späteren Anwender kennen die tatsächlichen Rückfragen. Ein Projekt braucht außerdem eine Person, die bei Zielkonflikten entscheidet.

Praktischer Einstieg: Bringen Sie zu einem ersten Arbeitsgespräch einen typischen Vorgang, die dazugehörigen Quellen und ein Beispiel für einen schwierigen Fall mit. So lässt sich früh erkennen, ob Wissen fehlt, ein Ablauf unklar ist oder lediglich der Zugang zu vorhandenen Informationen verbessert werden muss.

05

Ein Fahrplan mit überprüfbaren Ergebnissen

Ein sinnvoller Pilot benötigt kein künstliches Erfolgstempo. Die folgenden vier Etappen beschreiben eine Arbeitsreihenfolge, keine feste Projektdauer. Gehen Sie jeweils weiter, sobald die nötigen Ergebnisse vorliegen.

1 · Aufgabe begrenzen

Ergebnis: Eine beschriebene Aufgabe mit Zielgruppe, Qualitätsmaßstab und Grenzen. Halten Sie fest, was die KI bewusst nicht übernehmen soll.

2 · Wissensbasis vorbereiten

Ergebnis: Eine überschaubare Quellenliste mit gültigen Ständen, Pflegeverantwortlichen und passenden Zugriffsrechten.

3 · Reale Fälle testen

Ergebnis: Dokumentierte Antworten auf typische, unklare und unbeantwortbare Fragen. Änderungen, fehlende Belege und unerlaubte Zugriffe gehören dazu.

4 · Über Ausbau entscheiden

Ergebnis: Eine gemeinsame Bewertung von Nutzen, Qualität, Pflegeaufwand und Fehlerfolgen. Danach nachbessern, begrenzt nutzen oder gezielt erweitern.

Ein schwaches Ergebnis ist eine nützliche Information

Wenn Quellen widersprüchlich sind, Zugriffe nicht wie vorgesehen funktionieren oder Korrekturen den Zeitgewinn aufbrauchen, ist Nacharbeit nötig. Halten Sie den Ausbau an diesem Punkt an und beheben Sie die konkrete Ursache. Der Pilot soll solche Lücken sichtbar machen.

06

Ihr Transfer-Kompass: Was ist jetzt der nächste Schritt?

Mit vier Antworten entsteht ein konkreter Arbeitsauftrag für Ihr Team. Wählen Sie „Belegt“ nur, wenn Sie die Aussage anhand eines Dokuments, eines Testfalls oder einer festgehaltenen Entscheidung nachvollziehen können. Der Kompass ersetzt keine Prüfung; er hilft Ihnen, die nächste Besprechung vorzubereiten.

Die Auswahl passt Quellenbeispiele und beteiligte Rollen an. Beantworten Sie anschließend alle vier Fragen für einen konkreten Fall.

1. Ist die Aufgabe klar abgegrenzt?

Zielgruppe, gewünschtes Ergebnis und ein Qualitätsmaßstab sind schriftlich festgehalten.

2. Sind die benötigten Quellen gepflegt?

Gültige Quellen, Pflegeverantwortliche und der Umgang mit Änderungen sind bekannt.

3. Sind Verantwortung und Rechte geklärt?

Freigaben, Fehlerwege und Zugriffe wurden einschließlich unerlaubter Zugriffe praktisch geprüft.

4. Liegt eine belastbare Pilotbewertung vor?

Reale und schwierige Fälle wurden getestet; Nutzen, Kontrolle und Pflegeaufwand sind gemeinsam bewertet.

Redaktionelle ONTIV-Arbeitshilfe, keine McKinsey-Auswertung. Der Kompass verarbeitet Ihre Auswahl nur im Browser, ohne sie zu speichern oder zu übertragen.

07

Wie ONTIV Wissen und Umsetzung verbindet

Auf der ONTIV-Plattform ergänzen sich mehrere Bausteine: ONTIV Management umfasst unter anderem Dokumentenlenkung und Prozesse. ONTIV AI unterstützt die Arbeit mit Unternehmenswissen über Chats, Agents und Workflows. MicroApps richten sich auf abgegrenzte betriebliche Abläufe.

Welche Kombination sinnvoll ist, leitet sich aus der Aufgabe ab. Geht es zunächst um gültige Unterlagen, beginnt die Arbeit bei Quellen und Zuständigkeiten. Geht es um wiederkehrende Übergaben, müssen zusätzlich Eingaben, Rollen und Freigaben klar sein. Eine größere Funktionsliste ersetzt diese Vorbereitung nicht.

Der nächste Schritt: Nehmen Sie einen typischen Vorgang aus Ihrem Betrieb und prüfen Sie gemeinsam, welche Information, Entscheidung oder Übergabe heute fehlt. Daraus entsteht eine konkrete Grundlage für die Auswahl und Einrichtung der passenden Unterstützung.

08

Häufige Fragen zu Studie, Wissen und KI

Nein. Der Beitrag leitet daraus keine allgemeine Erfolgsformel ab. Für interne Aufgaben sind passende Quellen wichtig; ebenso zählen Zuständigkeiten, kontrollierter Zugriff, Einbindung in den Ablauf und die Prüfung der Ergebnisse.

Die im Methodenanhang beschriebene Stichprobe beginnt bei Organisationen ab 1.000 Beschäftigten. Kleinere Betriebe können Impulse übernehmen, müssen ihre eigene Datenlage und Arbeitsweise aber gesondert bewerten.

Webseite und Methodenanhang nennen unterschiedliche Länder- und Branchenzahlen. Eine Ursache ist dort nicht erläutert. Für die Beschreibung der Stichprobe verwendet dieser Beitrag den ausführlichen Methodenanhang und weist auf die Abweichung hin.

Beginnen Sie mit einem abgegrenzten Anwendungsfall und den tatsächlich benötigten Quellen. Fehlendes oder widersprüchliches Wissen in diesem Bereich muss geklärt werden. Danach lässt sich der Umfang gezielt erweitern.

Das hängt von der Aufgabe ab. Fehlen verlässliche Informationen, braucht es zunächst eine tragfähige Wissensbasis. Soll die KI Aktionen ausführen, kommen zusätzlich Befugnisse, Freigaben, Fehlerbehandlung und nachvollziehbare Abläufe hinzu.

Er ordnet Ihre Angaben vier Voraussetzungen zu und schlägt den ersten noch nicht belegten Schritt vor. Quellenbeispiele und beteiligte Rollen passen sich dem gewählten Bereich an. Das Ergebnis lässt sich als Arbeitsauftrag kopieren; es ist keine Freigabe und keine Studienauswertung.

Quellen & Methodik

Quellenprüfung und redaktioneller Stand: 16. Oktober 2026. Praxisbeispiel, Fahrplan und Transfer-Kompass sind eigene redaktionelle Arbeitshilfen von ONTIV. Sie sind keine gemessenen Studien- oder Kundenergebnisse.

MIT ONTIV WEITERDENKEN

Vom Studienimpuls zu Ihrer konkreten Aufgabe.

Bringen Sie einen typischen Vorgang und Ihre Fragen mit. Gemeinsam betrachten wir Quellen, Rollen und Anforderungen für einen sinnvollen nächsten Schritt.

ONTIV · Wissen, Prozesse und KI sinnvoll verbinden.